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Regesta Imperii

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Rudolf, 1283 juni 1, in Rinvelde: bestimmt gemäss einem bei der verleihung der land...

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Herrscher: Rudolf

Datum: 1283 juni 1

Ort: in Rinvelde

Nummer: 1789

Regestentext: bestimmt gemäss einem bei der verleihung der lande Oesterreich, Steier, Krain und der Mark an seine beiden söhne Albrecht und Rudolf gemachten und von diesen anerkannten vorbehalt und auf dringende durch feierliche gesandte vorgebrachte bitten der edeln, mittlern und gemeinen dieser lande, welche keine zwei herrn haben wollen, dass Albrecht und dessen männliche erben die herrschaft derselben allein haben sollen; seinem sohne Rudolf aber will der könig binnen vier jahren von nächsten ostern an ein königreich oder ein anderes fürstentum (de regno vel alio principatu) verschaffen; gelingt dies nicht, oder wäre der ertrag des fürstentumes zu gering, so haben Albrecht und dessen erben Rudolf mit einer summe abzufinden, deren höhe von ihm (dem könig) oder im falle seines früheren todes von dem burggrafen Friedrich v. Nürnberg, den grafen Albrecht v. Hohenberg, Heinrich v. Fürstenberg und Ludwig v. Oettingen oder andern verwandten bestimmt werden soll; würden Albrecht und seine erben diese anordnung nicht einhalten, so soll Rudolf durch gegenwärtige verfügung nicht geschädigt werden, sondern sein ursprüngliches recht auf die länder in kraft bleiben; würde Albrechts mannesstamm erlöschen, so fallen seine länder an Rudolf und dessen rechte erben. Zeugen: bischof Gottfried v. Passau; mag. Heinrich v. Klingenberg doctor decretorum königl. protonotar; nobiles viri burggraf Friedrich v. Nürnberg, Ulrich v. Taufers, Otto v. Lichtenstein, Stephan v. Meissau marschall v. Oesterreich, Ulrich v. Kapellen. Datum in R. per manum mag. Heinrici prothonotarii nostri predicti kal. iunii etc. Ego Heinricus prothonotarius predictus vice domini Rudolfi imperialis aule cancellarii recognovi et propria manu subscripsi. Or. im staatsarch. Wien. Fugger-Birken Ehrenspiegel 196. Lambecius Comment. 3 app. 329 unvollst. übersetzt. Vorläuf. Beantwortung (Deduct. 1742) 243 anm. Lambacher Oesterr. Interregn. anh. 199. Schrötter Abhandl. 1, 100 und 3, 343. Oberösterr. UB. 4, 5. Schumi Arch. f. Heimatkunde (Krains) 1, 253. Schwind und Dopsch Ausgew. Urkunden 133 aus or. Facs. in Kaiserurk. in Abbild. 8, 13. - [Die recognition ist von Heinrich eigenhändig nachgetragen, vgl. dazu Herzberg-Fränkel in Mitth. d. Instituts Ergbd. 1, 272 ff. und Kaiserurk. in Abbild. text 277. - Zur sache vgl. Lorenz Deutsche Gesch. 2, 281 ff., Zeissberg im Oesterr. Archiv 58, 6 und in der Habsburger Festschr. (1882) s. 25 f. Unter dem regnum, welches k. Rudolf seinem sohne verschaffen will, könnte geradezu das deutsche königtum verstanden werden. Bekanntlich erhielt herzog Rudolf nichts und die frage der abfindung war 1299 noch nicht erledigt. Hierin lag der anlass zu der unseligen that von herzog Rudolfs nachgebornem sohne Johann; in der beurtheilung von Johanns ansprüchen und motiven scheint mir bisher nirgends jene bestimmung unserer urk. gewürdigt, wonach für den fall der nichtbezahlung der abfindungssumme durch Albrecht Rudolfs anrecht auf Oesterreich usw. wiederauflebt. Hierin und nicht in ansprüchen auf Böhmen lag wol der hauptgrund des hasses Johanns gegen seinen oheim und dessen söhne]. - Ueber die dankbare annahme dieser verfügung stellten österreichische und steierische landherren am 11. juli 1283 eine eigene urk. aus, zuletzt bei Schwind u. Dopsch Ausgew. Urk. 136 aus or. im staatsarch. Wien.