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Rudolf, 1279 feb. 14, Wienne: bestätigt und erneuert alle eingerückten erklärun...

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Herrscher: Rudolf

Datum: 1279 feb. 14

Ort: Wienne

Nummer: 1062

Regestentext: bestätigt und erneuert alle eingerückten erklärungen und versprechungen, welche der von ihm hierzu (mit eingerückter urk. vom 19. jan. 1278) bevollmächtigte Minoritenordensmeister Konrad am 4. mai 1278 dem papst Nicolaus III. und der römischen kirchegemacht hat, widerruft ausdrücklich alles was dawider irgendwie geschehen sein mag, erklärt sich einverstanden, dass der papst und die römische kirche von dem ihr gebürenden besitz ergreifen, gelobt sie hierin nicht zu hindern sondern nur zu fördern und verspricht all dies binnen acht tagen nach seiner kaiserkrönung neuerdings zu beurkunden. Zeugen: erzb. Friedrich v. Salzburg, die bischöfe Johann v. Chiemsee und Wernhard v. Seckau, Rudolf hofkanzler, Gottfried propst v. Mariasaal protonotar, abt Heinrich v. Admont, Nicolaus archidiacon v. Todi, Albert und Hartmann (Hermannus in der zeugenreihe!) grafen v. Habsburg und Kiburg landgrafen v. Elsass, söhne des königs (illustres), Friedrich burggraf v. Nürnberg, Heinrich markgraf v. Hachberg, die grafen Burchard v. Hohenberg und Heinrich v. Fürstenberg, Heinrich Sluzzeli königlicher kaplan, magister Konrad v. Herwelingen (Hewilingen), magister Angelus canon. eccl. s. Valentini de Ferentino, H. v. Laubenberg und Johannes v. Hedingen milites ostiarii nostri. Datum Wienne per manus magistri Gotfridi prothonotarii nostri. Die zeugen haben sich nach dem ausdrücklichen verlangen des papstes (vgl. n. 970) selbst unterschrieben oder unterschreiben lassen. Die goldbulle ist verloren. Raynald Ann. 1279 § 1. (Zaccagni) Dissertatio de summo ap. sedis imperio in urbem Comacli app. 96. Lünig Reichsarchiv 19, 177. Lünig CD. Ital. 2, 745. Theiner CD. dominii 1, 232. Facsimile in Kaiserurk. in Abbild. VIII, 10 nach or. im vatican. archiv, vgl. Kehr im N. Archiv 14, 358. - [Die urkunde ist ebenso wie die nachfolgende nach dem von Nicolaus III. an Rudolf gesandten formular abgefasst, vgl. n. 970; daher die ungewöhnliche invocation und im titel rex Romanorum statt des correcten Romanorum rex; nur die zeugenreihe und das eschatokoll stammt aus der königlichen kanzlei. Durch die eigenhändige unterzeichnung der zeugen nimmt diese urkunde eine ganz vereinzelte und hervorragende stellung ein]. Man sieht daraus dass zwar die söhne des königs schreiben konnten, nicht aber die zwei männer, welche unstreitig bei den grossen ereignissen der letzten jahre ausser dem könige selbst die thätigsten waren, ich meine den erzbischof von Salzburg und den burggrafen von Nürnberg. [Dieser letztere, sowie die grafen von Fürstenberg und Hohenberg haben ihre eignen notare bei sich, die für sie unterschreiben. Ob die zeugenschaft der beiden königssöhne bezweckte »von den nächstberechtigten anwärtern der nachfolge im reich eine anerkennung des vertrages zu erlangen«, und ob man durch die drei der kanzlei angehörigen zeugen »eine gewähr gegen verdächtigungen der urkunde gesucht hat« (Herzberg-Fränkel in Kaiserurk. in Abbild. text 273) muss vermutung bleiben. - Geschrieben ist die urkunde sehr wahrscheinlich von einem begleiter des Giffrid von Anagni, vgl. Herzberg-Fränkel l. c. 273 f. - In diesen urkunden vom 14. febr. 1279 ist also endlich erfüllt, was Nicolaus III. an den ausfertigungen vom 29. august 1278 vermisst hatte: die zeugenschaft und unterschrift von fürsten und grossen des reiches und der feierliche eid könig Rudolfs alles zu halten. Um diese zeit wird dann auch das exemplar des gemeinsamen willebriefs in Wien durch einen schreiber Giffrids geschrieben worden sein, welches von den kurfürsten besiegelt werden sollte. Facsimile desselben bei Kaltenbrunners abhandlung darüber in Mitth. des Instituts Ergbd. 1, 376 ff. Die kurfürsten sowol wie andere fürsten und grosse stellten dann im laufe des jahres 1279 noch ausserdem einzelwillebriefe aus, vgl. Kaltenbrunner l. c. und Actenstücke 166 ff. Die fassung ist in allen diesen willebriefen dieselbe von Rom aus vorgeschriebene (Complectens ab olim - roboratum); vgl. dazu Busson in Wiener SB. 88, 671 ff., der sie mit den von ihm angenommenen absichten Rudolfs und Nicolaus III. auf erblichkeit des deutschen reiches in zusammenhang bringt, und Kaltenbrunner in Mitth. d. Instituts Ergbd. 1, 381, welcher constatirte dass dieselbe fassung auch in allen nichtkurfürstlichen willebriefen angewendet ist, daher jene folgerungen daraus nicht gezogen werden können. Doch ist auf jeden fall zu bemerken, dass hier in schärfster und gewiss absichtlich unzweideutiger weise das wahlrecht der deutschen fürsten als eine von der kirche ihnen (ab olim) ertheilte auszeichnung erklärt, die lehre vom grossen und vom kleinen lichte, vom geistlichen und weltlichen schwert in aller deutlichkeit den fürsten in den mund gelegt wird].