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Regesta Imperii

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Otto IV., 1218 mai 18, Hartesburch: macht sein testament zum heil seiner seele, bitte...

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Herrscher: Otto IV.

Datum: 1218 mai 18

Ort: Hartesburch

Nummer: 511

Regestentext: macht sein testament zum heil seiner seele, bittet seinen bruder Heinrich pfalzgraf am Rhein (der, wie sich aus der Narratio ergibt, damals zu Braunschweig war,) aufs dringendste dass er das heilige kreutz, die lanze und die krone, den zahn des heil. Johannes bapt. und die kaiserlichen zierden zwanzig wochen lang nach seinem ableben bewahre und dann demienigen den die fürsten einmüthig wählen oder dem ietzt erwählten wenn die fürsten sich auf ihn einigen, unentgeldlich ausliefere, bittet auch seine getreuen dienstmannen und seine lieben bürger von Braunschweig hierzu kräftig mitzuwirken; verordnet dass seine gemahlin mit dem truchsess Gunzelin die burg Harlungeberg behaupte bis die klosterfrauen in Waltingeroth vom kaiser, könige oder seinem bruder dreissig mark iährlicher einkünfte erhalten haben, dass sie aber zerstört werde wenn dies nicht zu erlangen ist; vermacht alle seine reliquien dem heiligen Blasius zu Braunschweig, seine kleinodien seiner gemahlin; will dass die burg in Quedlinburg zerstört und dann erst der platz der äbtissin daselbst restituirt werde; die burg Walbeck soll wenn der pabst es gutheisst sein bruder erhalten, sonst aber zerstört werden; die burg Harzburg soll dem reich, die burg Löwenburg seinem neffen Otto von Lüneburg, die burg Varsfelde dem Gardolf von Hathemersleben ausgehändigt werden; alle seine güter in Keverlingeburg mit dem ort selbst und zugehörigen kirchen und gütern soll die kirche St. Johann bapt. und St. Blasius in Braunschweig erhalten, mit besonderer bitte an seinen bruder diese verordnung aufrecht zu halten damit der genannte ort in seinem gegenwärtigen zustande nicht zu grunde gehe. Z.: Sifr. bisch. v. Hildesheim, Conr. decan, Conr. sänger, Conr. scholaster, Heinr. de Tossen, Bert. canon. v. St. Moritz, mag. Marsilius canon. v. heil. Creuz, Heinr. gr. v. Waldenberch, Luth. v. Meinershem, Gunz. truchsess, Alard v. Borchtorp, Wern. v. Lengethe, Bert. v. Wetelemstide, Heinr. v. Vrethe, Rother v. Velthem, Joh. de Bornem. Meibom. Script. 3,148. Tolner Hist. Pal. 62. Or. Guelf. 3,363. Mon. Germ. 4,221. Asseburg. Urkkb. 1,66 ex or. - [Nach den genauen angaben der Narratio wurde das testament am 18 mai gemacht, als der abt von Walkenried vom speisen zurückkam, in anwesenheit von diesem, dem grafen von Waldenberg und andern vertrauten. Dagegen kam der auch in den beiden vorhergehenden urkk. als zeuge genannte bischof von Hildesheim erst um mittemacht. Die reinschrift des testamentes ist danach, wie das an und für sich wahrscheinlich ist, nicht schon am 18 gefertigt. Entweder hat man den zeugen der handlung, auf welche sich das datum bezieht, den bischof und sein gefolge zugefügt. Oder die zeugen beziehen sich überhaupt zunächst auf die spätere ausfertigung, wie das dadurch sehr wahrscheinlich wird, dass der bei der handlung anwesende abt von Walkenried nicht unter den zeugen genannt ist. Freilich sagt der bischof dann wieder in der zu nr. 510 angeführten urk., dass der kaiser die vom 18 datirte schenkung nach berathung mit ihm getroffen habe. In der Narratio findet sich das testament ohne zeugen und datirung eingerückt, übrigens wenigstens so genau mit der originalausfertigung stimmend, dass die abweichungen, insbesondere auslassungen, recht wohl auf blosse nachlässigkeit eines abschreibers zurückgehen können.]